Neapel sehen und sterben – oder doch nach Sizilien?

7. Mai 2013 | Von | Kategorie: Europa, Italien

Bereits Goethe erkannte in seiner „Italienischen Reise“ die Schönheit der Stadt Neapel in Süditalien an und prägte im 18. Jahrhundert die Redewendung „Neapel sehen und sterben“. Wer diese Stadt gesehen hat, so der Dichterfürst, kann getrost sterben, nichts anderes auf der Welt kann dieses Erlebnis übertreffen. Er selber war so fasziniert von der Stadt am Tyrrhenischen Meer, dass er gleich fünf Wochen dort verbrachte.

Neapel: UNESCO-Weltkulturerbe mit viel Müll

Direkt am Golf von Neapel liegt die gleichnamige Stadt, Metropole und kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Süditaliens sowie Hauptstadt der Region Kampanien. Mittlerweile taucht sie in den Nachrichten vor allem in Verbindung mit dem dortigen Müllproblem auf, doch das ist nur eine Seite dieser imposanten Stadt.

Neapel Altstadt - Unesco-Weltkulturerbe - gigantisches Müllproblem

Neapel Altstadt: Unesco-Weltkulturerbe mit Müllproblem | Foto: colourbox.com

Die gesamte Altstadt wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und entsprechend beeindruckend sind die historischen Gebäude, die der Reisende hier bewundern kann. Schon im 13. Jahrhundert begannen Adelige, Politiker und Geistliche, Paläste, Kirchen und beeindruckende Festungen in Neapel zu bauen. Entsprechend dekadent sind die Villen, entsprechend reichlich verziert die Kirchen, die jeden Besucher hier erwarten, um ihn auf eine Zeitreise durch die turbulente Geschichte Neapels mitzunehmen.

Auch für Museumsgänger gibt es zahlreiche Angebote. Aus historischer Sicht ist besonders das archäologische Museum interessant, das zahlreiche Ausgrabungsgegenstände aus den vom Vesuv zerstörten Städten Pompeji und Herculaneum ausstellt. Als ob die Zeit stehen geblieben wäre, bekommt der Besucher hier einen Einblick in die letzten Momente der Stadtbewohner, bevor sie unter der Lava begraben wurden. Für Kunstinteressierte bieten sich die verschiedenen Kunstmuseen an, deren Sammlungen alle Epochen vom 13. bis zum 20. Jahrhundert vereinen.

Youtube-Video: Schätze im Golf von Neapel – Kampanien

Neapel und die Region Kampanien begeisterten schon Goethe bei seiner Italien-Reise.

Von Neapel nach Sizilien: antike Tempel und traumhafte Strände

Aber trotz seiner Begeisterung blieb auch der Dichterfürsten nicht ewig in der Stadt und reiste bis hinunter nach Sizilien. Während seines Aufenthalts in Neapel selbst unternahm er Reisen in das umliegende Kampanien, was auch für heutige Besucher sehr empfehlenswert ist. Die Tempel von Paestum gehören zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der Region. Ein Ausflug dahin ist zu jeder Zeit lohnenswert. Die drei Tempel vermitteln einen Eindruck von griechischem Flair mitten in Italien. Die sogenannte Basilika, die im Jahre 550 vor Christus zu Ehren der griechischen Göttin Hera erbaut wurde, zeugt von der ehemaligen griechischen Kolonie, die hier circa 600 Jahre vor Christus entstand. Die beiden anderen Tempel, der Poseidontempel und der Tempel der Ceres sind ebenfalls imposante Zeitzeugen der Antike und ein absolutes Muss für Kunst- und Naturliebhaber.

In Süditalien lässt sich immer etwas Neues entdecken, wie zum Beispiel der jüngste Nationalpark Italiens, der Parco Nazionale del Cilento, der ebenfalls seitens der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde und zu den letzten Geheimnissen Italiens gehört. Die traumhafte Ferienregion besticht durch ihre unberührte Natur und wird als die „Grüne Lunge Italiens“ bezeichnet. Hier herrscht noch kein Massentourismus. Der ideale Ort, um einen traumhaften Urlaub zu erleben.

Nationalpark Cilento

Olivenhain im schönen Naturpark Cilento. Foto von campomalo / pixelio.de

Der Cilento bietet eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Wildpferde, Dachse, Reiher und sogar die seltenen Fischotter Königsadler haben hier eine Heimat gefunden. Wer mit dem Fernglas unterwegs ist, hat gute Chancen, einen Apeninnen-Hasen oder sogar Wölfe beobachten zu können. Zahlreiche Pflanzenarten wie die seltene Palinuro-Primel, gehören zu den präeiszeitlichen Relikten und wachsen nur hier im Cilento. Wassersportler kommen im Cilento voll auf ihre Kosten:

Ob Segeln, Surfen, Angeln, Tauchen oder Schnorcheln, der Cilento ist ein Eldorado für Aktivurlauber. Organisierte Bootstouren laden zur Erkundung der zahlreichen mystischen Grotten und zum Bewundern der atemberaubenden Küste ein. Während einer Wanderung bieten sich immer neue traumhafte Naturszenarien. Ob beim Spaziergang durch das verwunschene Tal der Orchideen oder beim Besuch der Geisterstadt von San Severino, hier kann man die Seele baumeln lassen.

Im südlichen Teil der Cilento Küste liegt das romantische Fischerdörfchen Palinuro, das sich im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Zentrum für Badetouristen entwickelt hat. Hier trifft man noch auf unverfälschte Natur. Paradiesische Sandstrände, malerische Buchten und bizarre Felsen reihen sich aneinander.

Bei Radtouren auf den verkehrsarmen asphaltierten Straßen erlebt man dieses Naturparadies ebenfalls von seinen schönsten Seiten. Mit über 30 Grotten gehört die Gegend zu den schönsten Tauchgründen Italiens. Hier kann man die Faszination Höhlentauchen hautnah erleben. Die einzigartige Unterwasserwelt, die man sonst nur in den Untiefen des Meeres finden kann, ist atemberaubend. Auch kulinarisch hat der Cilento einiges zu bieten. Die Bauernküche überzeugt mit regionalen Köstlichkeiten. Käse, Honig, Salami, Olivenöl oder Wein, hier wird alles noch selbst nach alter Tradition hergestellt. Auf den zahlreichen Märkten wird frisches Obst und Gemüse angeboten.

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Ein Kommentar auf "Neapel sehen und sterben – oder doch nach Sizilien?"

  1. Neapel-Fan sagt:

    Ich selbst bin schon öfter sowohl beruflich als auch privat in Neapel gewesen und kann einen Neapel-Urlaub auch nur wärmstens empfehlen. Die Stadt bietet unheimlich viele schöne Orte, die italienische Kulinarik rundet das Ganze dann natürlich auch ab. Goethes Zitat Neapel sehen und sterben trifft den Nagel aus meiner Sicht voll auf den Kopf! 😉

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