Reisebericht: Philippinen im September 2008

22. September 2010 | Von | Kategorie: Philippinen, Reiseberichte

Mein erster etwas ausführlicherer Reisebericht geht über einen Trip auf die Philippinen, den ich mit vier anderen Münchnern und phasenweise einem Filipino im September 2008 unternommen habe. Es waren ziemlich genau vier Wochen in der sogenannten Regenzeit; doch das Wetter war ausgesprochen gut, und uns überkamen bestenfalls zwei, drei kurze Regenschauer insgesamt.

Im Vorfeld standen im Prinzip nur ein paar grobe Reiseziele fest: Mindanao sollte eher gemieden werden, da es kurz zuvor im August noch kriegsähnliche Auseinandersetzungen gegeben hatte; das paradiesische Palawan sollte endlich einmal bereist werden; als Anflugsort stand die philippinische Hauptstadt Manila fest, und unsere Bleibe in Cebu City wollten wir selbstverständlich ebenfalls aufsuchen. Doch es kam einiges anders:

Der Plan, Mindanao zu umgehen schlug jedoch ganz schnell fehl, da unser Mastermind Lee (der Filipino) schon mehr oder weniger die Tickets von Manila nach Butuan im Nordosten Mindanaos organisiert hatte. Dabei waren meine Erinnerungen an diese Stadt eher dunkel in mehrdeutiger Hinsicht: ich „durfte“ diese Geisterstadt in 2006 schon einmal besuchen und war ziemlich froh, nur für einen kurzen Stopover am Busterminal zu verweilen.

Reisen auf den Philippinen erfolgt mit dem Bus, Jeepney, Tricycle oder mit einer RikshaDie Busse auf den Philippinen sind oft altertümlich, genauso wie die Straßen: hier ein Exemplar, das von Puerto Princesa nach El Nido auf Palawan „fuhr“.

Auch bei dem erneuten kurzen Besuch hatte die Stadt, die einst so prosperierte, eher wenig zu bieten. Nach zwei wilden Nächten in Manila, ging es nun also auf einem kurzen Roadtrip von Butuan über Gingoog nach Cagayan de Oro – die Stadt der Freundschaft. Und das natürlich stilecht entgegen allen Sicherheitsvorkehrungen auf der Ladefläche eines Pickups, wo man sich teils einen leichten Sonnenbrand einfing.

Überhaupt kommt die Verkehrssituation auf den Philippinen dem geordneten Chaos gleich; die meisten Gefährte wären in Deutschland vermutlich vor Jahren schon nicht mehr durch den TÜV gekommen. Bei den Filipinos würde das Motto eher lauten: jetzt erst recht! Ich bin mittlerweile schon mit wirklich jedem Verkehrsmittel im Land der 7107 Inseln unterwegs gewesen und würde jedoch niemandem grundsätzlich von solchen Überlandfahrten abraten.

Doch ein kurzer Blick auf das jeweilige  Gefährt im Vorfeld kann schon mal für Beruhigung sorgen: in die allerletzte Klapperkiste, die kurz vor dem doppelten Achsenbruch steht, würde ich auch nicht steigen. Vor allem dann nicht, wenn die Fahrt an Schluchten auf Palawan oder irgendwo im Norden Luzons vorbei geht. In Cagayan de Oro (in der Provinz Misamis Oriental) durften wir dann in einem riesigen Haus mit schönem Blick über die gesamte Stadt verweilen, nahe den Gardens of Malasag.

Cagayan de Oro auf Mindanao: die Stadt der Freundschaft auf den PhilippinenBlick auf das Valley von Cagayan de Oro City, the „city of golden friendship“ auf Mindanao

Cagayan de Oro hat sich in den letzten Jahren unheimlich gemacht und ist neben Davao City, die Stadt auf Mindanao. Von dort sind wir dann mit dem „ordinary bus“ direkt nach Ozamiz gefahren. Gleich zwei Fehler auf einmal werden manche behaupten:

1.) nach Ozamiz zu fahren, die eine Art Hochburg der Mafia darstellt
2.) mit dem Landbus zu fahren, wo gerne auch mal philippinische Soldaten drinstecken, die wiederum gerne mal von irgendwelchen Rebellen bebombt werden

Ich hatte im Vorfeld noch mit einem guten Familienfreund telefoniert, der seit Jahren beim militärischen Geheimdienst aktiv ist, welcher „grünes Licht“ gab. Auf dem Weg waren die Straßen teilweise noch von schwerem Militär gesäumt, vor allem an der Stelle nahe Iligan City, wo auch die Auseinandersetzungen ein paar Tage zuvor statt gefunden hatten.

Ozamiz City war ebenso nur  ein kurzer Stopover, und ich war auch hier überrascht, wie stark sich die Stadt verändert hatte – die Clans verrichten viel aufbauarbeit, was man u.a. am riesigen neu errichteten public market sehen kann. Auf Mindanao blieben wir dann noch ein paar Tage. Die einzige wirkliche Attraktion stellte der Aquamarine Park (MOAP) dar, welcher mittlerweile angeblich abbruchreif ist, da seit den Wahlen im Mai 2010 ein paar Politiker aus den Clans an Macht verloren haben, welche sich auch um das Projekt kümmerten. Ein Grund weniger also, die Gegend in Misamis Occidental zu besuchen.

Wie es von Ozamiz City dann nach Dipolog in Zamboanga del Norte ging, gibt es in der Fortsetzung dieses Reiseberichts. U.a. gibt es dort etwas über Dumaguete, Siquijor (der Voodoo Insel), Apo Island, Cebu City, Ilo-Ilo und Palawan zu lesen;)

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