Städtereise: Berlin am Wochenende

12. August 2014 | Von | Kategorie: Berlin, Deutschland, Europa

Ein Kurztrip nach Berlin stand für mich neulich wieder an, da ich endlich (!) meinen philippinischen Pass bei der philippinischen Botschaft in der Berliner Uhlandstraße beantragen und ein paar Freunde treffen wollte. Zudem war meine Freundin Bea vorher noch nie in Deutschland, weshalb ich ihr auf unserer Städtereise nach Berlin durchaus ein paar wichtige Sehenswürdigkeiten zeigen wollte – und davon gibt es in unserer Hauptstadt ja genug. Berlin ist nach wie vor ein wahrer Touristenmagnet und zieht seit Jahren immer mehr Menschen aus aller Welt an, die sich dort dauerhaft niederlassen.

Wochenende in Berlin für 2 Personen

Berlin ist immer eine Reise wert und zieht jährlich viele Millionen Menschen an. Unser verlängertes Wochenende in Berlin ging von Donnerstag bis Sonntag Morgen. Foto von Sascha Kohlmann unter der CC BY-SA 2.0 Lizenz

Mein erster Besuch ist sicher schon ein Dutzend Jahre her, und nach wie vor fühle ich mich von dieser größten Stadt Deutschlands mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern und ihrer Weitläufigkeit ein wenig erschlagen. Wie viele Andere auch habe ich damals mit dem Gedanken gespielt, an die Spree zu ziehen. Doch mittlerweile bzw. momentan kann ich mir deutschlandweit eigentlich nur München und Umgebung als dauerhaften Wohnsitz vorstellen.

Berlin ginge vielleicht mal für ein paar Sommermonate, aber im Winter überhaupt nicht. Zumindest nicht für mich. Das ist mir auf meinen bisher ca. 10 Berlin-Trips klar geworden.

Unsere Anreise: mit dem Zug nach Berlin

Bea und ich waren so glücklich und haben ein Paar der beliebten Bahntickets über ltur.de buchen können. ICE fahren für 27 Euro ist einfach unschlagbar! Zwar hatte sich der Zug aufgrund eines “Böschungsbrandes” nahe Nürnberg (was auch immer das bedeuten mag) um einige Stunden verspätet, aber wenn man die Verspätungen von den Philippinen gewöhnt ist, dann nimmt man diese eher kleinen Verzögerungen hier in Deutschland geduldig in Kauf:D

Zug nach Berlin

Mit dem ICE nach Berlin für 27 Euro! Foto von Osamu Kaneko unter der CC BY-2.0 Lizenz

Auf die mögliche anteilige Fahrpreiserstattung haben wir verzichtet, da uns das ICE-Fahren gar so viel Spaß gemacht hat. Die Mitfahrlegenheit fiel dieses Mal übrigens als Alternative heraus, da wir einfach keine passende Verbindung finden konnten. Mit den München-Berlin-Bussen bin ich bisher noch gar nicht gefahren, was aber evtl. auch denkbar gewesen wäre – beim nächsten Mal vielleicht. Mit dem Zug nach Berlin zu fahren wird für mich auch künftig die erste Reisemöglichkeit sein.

Als wir am Hauptbahnhof in Berlin ankamen, wurden wir von einem leicht gehetzt wirkenden Teenager angesprochen, der uns zwei Wochentickets (Umweltticket) andrehen wollte. Nach etwas skeptischem Zögern bin ich auf den Deal eingegangen und habe mir die beiden Tickets für 10 Euro gekauft, wobei diese noch fast vier Tage gültig waren. Anfangs hatte ich schon leichte Bauchschmerzen, da ich mir nicht zu 100% sicher war, dass die Fahrscheine noch gültig waren; doch auf den zweiten Blick konnte ich den Datumsstempel eindeutig erkennen. Damit hatten wir auf einen Schlag mehr als 20 Euro pro Person an weiteren Fahrtkosten für die nächsten Tage gespart, was unseren Berlin-Kurzurlaub gleich noch besser gemacht hat.

Es steht zwar an manchen Stellen ein Warnschild herum, dass man ja keine Tickets aus zweiter Hand kaufen sollte (Trickbetrüger lassen grüßen!). Aber ganz verwerfen würde ich diese Option nicht, und in unserem Fall hat es halt einfach gepasst. Der Schüler war übrigens deswegen leicht nervös, weil sein Zug zurück nach Frankfurt wenige Minuten später abfuhr, und er wollte sich einfach nur ein wenig Taschengeld für sich hinzuverdienen.

Die vielen Umbauarbeiten am Berliner Hbf haben dafür gesorgt, dass wir noch später an unserem Hotel ankamen als ohnehin schon. Unsere Wahl war auf das Gat Point Charlie gefallen, das bei tripadvisor recht gute Bewertungen erhalten hatte – insgesamt auch zurecht.

Einchecken im Hotel Gat Point Charlie

Die Lage des Hotels ist wirklich gut: nur wenige Gehminuten vom Checkpoint Charlie und von der nächsten U-Bahnhaltestelle “Stadtmitte” entfernt. Die Zimmer und das Bad sind sehr sauber und stylisch eingerichtet. Allerdings fanden wir es leicht stickig, und ein Ventilator wäre super gewesen (eine Klimaanlage natürlich auch, aber man kann ja nicht immer alles haben). Der Preis war mit 220 Euro für drei Nächte in Ordnung – billiger wäre es nur noch in deutlich schlechter gelegenen Hotels gegangen oder halt in den Jugendherbergen, um die ich generell eher einen Bogen mache. Für ein Wochenende in Berlin für 2 Personen kann ich das Gat Point Charlie* durchaus empfehlen.

Zimmer im Hotel Gat Point Charlie

Die Zimmer im Gat Point Charlie Berlin (Mitte) sind top – von uns gibt es dafür eine sehr gute Bewertung!

sauberes Bad im Hotelzimmer Berlin

Das Badezimmer war auch super sauber und wurde jeden Tag auf Vordermann gebracht

Tipps: wer Wasser braucht, sollte es nicht unbedingt für 5 Euro an der Bar unten kaufen sondern entweder im Automaten oder sich eines von draußen mitnehmen. Berlin lässt sich hervorragend auf einem der Fahrräder erkunden, welche man ebenfalls vom Gat Point Charlie ausleihen kann. Die umliegenden Restaurants waren wirklich gut aber auch wirklich teuer, weshalb man vielleicht einfach in Richtung Kochstraße laufen sollte, wo es ein paar günstigere Essmöglichkeiten gibt (sofern man ein wenig auf´s Reisebudget achten muss).

Tag 1:
An unserem ersten vollen Tag in Berlin hat es leider geregnet, weshalb Bea einfach im Hotel geblieben ist und ich mich alleine auf den Weg zur philippinischen Botschaft gemacht habe. Ich war überrascht, dass es doch so schnell ging mit den Öffentlichen, und nur nach zwei Stunden war ich schon wieder “daheim”. Nachmittags sind wir dann noch losgezogen, um einen Freund zu besuchen, der schon seit ein paar Jahren in Berlin wohnt und derzeit in einer Galerie arbeitet.

In einem der stylischen Cafés, wo sich typischerweise Berliner Hipster mit ihren Macbooks tummeln, haben wir uns leckere Bionaden gegönnt (hatte ich auf den Philippinen schon irgendwie vermisst, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben), um dann nach einem kurzen Regen-Stop in einem eher durchschnittlichen Sushi-Restaurant wieder ins Gat Point Charlie zu flüchten. Der Checkpoint-Charlie-Besuch war relativ eindruckslos, gehört aber wohl “doch irgendwie dazu”.

Tag 2:
Viel interessanter war der nächste Tag, an dem wir morgens zu unserer ausgiebigen Sightsseing-Tour aufbrachen. Bea auf dem Fahrrad, und ich in meinen Laufschuhen. Für mich gibt es ja nichts Besseres als “neue” Städte zu erlaufen. Vom Gat Point Charlie aus ging es erst mal in Richtung Potsdamer Platz, wo wir ein recht schlechtes dafür umso teueres Frühstück nahmen, das uns von einer auffällig lustlosen Kellnerin serviert wurde. Den Namen des “australischen Restaurants” habe ich vergessen, ist auch nicht der Rede wert.

Potsdamer Platz, Berlin

Der Potsdamer Platz und das Sony Center sind beliebte Anlaufstellen bei einem Wochenende in Berlin

Weiter ging bzw. lief es dann am Brandenburger Tor vorbei, dann weitere in Richtung Reichstag und Kanzleramt, Schloss Bellevue, Siegessäule mit Victoria und dann langsam wieder züruck zum Hotel, ohne dabei die obligatorischen Selfies unterwegs zu vergessen.

Nach einer kurzen Dusche ging es weiter in die Dresdner Straße in Kreuzberg, um unsere Freunde zu treffen. Unsere Schlemmer-Tour führte uns erst zu einem guten türkischen Restaurant, über eine Eisdiele zu einer kleinen Pizzeria, um den Abend dann in zwei schönen Bars in Neukölln ausklingen zu lassen.

Unser Wochenende in Berlin ging schon am frühen Sonntagmorgen zu Ende: es sollte per Mfg (Mitfahrgelegenheit) um 07:00 Uhr vom Hbf nach Köln gehen. Daher waren wir schon um 05:00 Uhr aus den Federn gekrochen, nur um dann um 06:45 Uhr eine schäbige SMS zu erhalten à la “Sorry, kann nicht fahren, Auto kaputt”. Würde mich nicht wundern, wenn der Fahrer einfach einen über den Durst getrunken hat und nicht fahren konnte bzw. wollte. Sehr ärgerlich. Die Mfg ist auch nicht mehr, was sie mal war.
Wir sind dann auf das Schönes-Wochenende-Ticket von der Bahn umgestiegen und nach etwas mehr als 10 Stunden und vier Mal umsteigen in der Domstadt angekommen.

Schönes Wochenende Ticket der Bahn

Mit dem Wochenend-Ticket der Bahn für 44 Euro von Berlin nach Köln

PROs:

– Spazieren in Neukölln und Kreuzberg
– Barkultur in Neukölln
– Ketchup & Mayo in der Oranienstraße
– Laufen im Tiergarten
– SO36 Kreuzberg

CONs:

– völlig überteuerte Currywurst am Berliner Hbf
– völlig überteuerte Getränkepreise am Tiergarten

Insgesamt hatten wir ein wirklich schönes Wochenende in Berlin – vor allem Kreuzberg und Neukölln waren wie immer super!-

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