Tourismuscamp 2020 Treuchtlingen – Recap

8. Februar 2020 | Von | Kategorie: Allgemein

Ein erstes Highlight dieses Jahr war das Tourismuscamp in Treuchtlingen vom 24.-26.1.2020. Für mich tatsächlich mein erstes (!) Barcamp überhaupt, wobei ich schon häufiger von diesen „Unkonferenzen“ gehört hatte in meinen mittlerweile 14 Jahren als Blogger. Jedenfalls hatte ich schon fast vor einem Jahr von diesem Tourismuscamp Wind bekommen und wollte dieses Mal auf jeden Fall dabei sein.

Logo des 13. Tourismuscamp in Treuchtlingen vom 24.-26.1.20

Neben mir hatte sich auch mein längjähriger Kollege und (Blogger-)Weggefährte Stefan von Faszination Südostasien auf den langen Weg von Düsseldorf aus gemacht, und wir beide waren gespannt auf neue Kontakte, Inputs und regen Austausch zu aktuellen, digitalen Themen. Glücklicherweise konnten wir auch beide noch am Round Table des ersten Tages rund um „Open Data“ teilnehmen.

Tag 1: Open Data Roundtable + Bouldern

Die Inhalte waren teils recht technisch, für mich allerdings sehr spannend und größtenteils gut nachvollziehbar, wobei ich jetzt auch kein Experte in Sachen „knowledge graph“, „schema.org“ und „TTG domain specification“ etc. bin.

Es gab spannende Beiträge von Richard Hunkel (Deutsche Zentrale für Tourismus, DZT), Detlef Klinge von Thüringen entdecken, den Jungs von neusta destination solutions, von Prof. Dr. Guido Sommer (Hochschule Kempten) und vom ADAC.

Ein kurzes Fazit dazu: Das Thema Open Data wird künftig noch viel wichtiger sein, und die Beschäftigung damit sollte bei allen stakeholdern im Tourismus auf die prio-Liste wandern.

Das anschließende Bouldern in der Kletterhalle hat riesigen Spaß gemacht – für Stefan und mich ein weiteres „erstes Mal“, was sicher noch eine Fortsetzung haben wird.

Tag 2: Ein toller Themenmix

An Tag 2, 25.1.20, stand nach einer Themensammlung am Morgen eine große Auswahl an Sessions fest, und ich hatte in einigen Fällen die „Qual der Wahl“, wobei ich wirklich mit jeder Entscheidung am Ende sehr zufrieden war:

Digital Trend Slam

In dieser Session versuchten wir die Top „digital trends 2020“ ausfindig zu machen, und ganz oben landeten nach meinen Aufzeichnungen die digitale Reiseplanung, Arbeiten im home office, machine learning / digitale Tourismusangebote, Online-Coachings und Webinare, mehr Echtzeit-Daten und an aller erster Stelle für mich völlig überraschend e-payments, was allerdings im Nachhinein wieder recht einleuchtend ist.

Digitaler Humanismus

Die von Prof. Dr. Eric Horster moderierte Diskussion war für mich als studierter Historiker und Philosoph besonders interessant und gelungen. Während der ganzen Stunde war die Spannung zu spüren, welche in der Auseinandersetzung mit diesem Thema einherging:

Müssen wir als Menschen im Rahmen einer digitalen Ethik die Entwicklungen „reparieren“ bzw. können wir das überhaupt, und wenn ja, wie? Es ging über Algorithmen, die immer mehr unser Leben beeinflussen oder gar bestimmen, Dehumanisierung, Aufwertung menschlicher Kreativität, digitale Bildung, Meinungen vs. „echte Information“ und um unsere menschliche Identität. Die Diskussion war denkbar lebhaft und hätte sicher noch Stunden weitergehen können, hat auf jeden Fall für viele Denkanstöße gesorgt.

Urlaubsplanung mit AI

Der Beitrag von Nico Götz drehte sich um machine learning / artificial intelligence und interessante Anwendungsfälle in der Praxis. Für mich als Reiseveranstalter auch unheimlich spannend, und ich freue mich jetzt schon auf unser Treffen auf der ITB Berlin 2020:)

Nachhaltigkeit kommunizieren

Ebenfalls ein sehr wichtiges aber auch kein einfaches Thema. Nach ersten Definitionsschwierigkeiten, die in diesem Zusammenhang fast immer im Raum stehen, kam es zu einer tollen „alternativen“ KPI-Ansammlung, um nachhaltigen Tourismus irgendwie messbarer zu machen.

Dieser müsse zunächst besser („sexier“) kommuniziert werden. Ob „mehr regionale Wertschöpfung“, „mehr Mobilität bei weniger Verkehr“, „mehr Nächte und längerer Aufenthalt“ und „Reste-Essen vs. Überkonsum in Bremerhaven“ dabei zielführend ist, war streitbar.

Was ich persönlich mitgenommen habe: Nachhaltiger Tourismus geht weit über den CO2-Fußabdruck hinaus, fußt auf ökologischen, sozialen und ökonomischen Säulen, scheint aber durchaus auch ein Branding- und Marketing-Approach zu sein.

Fuck-Ups

Das war eine ganz besondere Session, danke für die Insights! Wie besprochen bleiben alle Inhalte in dem kleinen Raum in Treuchtlingen:)

Tik Tok

Wer hätte das gedacht? Ich als generell eher skeptischer Social-Media-Nutzer konnte den angeführten Beispiel Einiges abgewinnen, sodass ich die chinesische App gleich mal selber einsetzte. Ob Tik Tok allerdings wirklich was taugt, wird sich noch zeigen müssen…

Tag 3: Abreise

Leider musste ich direkt nach dem Frühstück schon wieder aufbrechen, aber immerhin habe ich noch einen Screenshot zu den Inhalten des letzten Tages gefunden.

Insgesamt fand ich das Tourismuscamp sehr gelungen, die Location mit dem Adventure Campus hat sehr gut gepasst. Das Dinnerbuffet im Mocambo war der Hammer. Ich konnte einige tolle neue Kontakte knüpfen und tolle Insights in die aktuelle, digitale Tourismusindustrie in Deutschland erhalten. Vielen Dank an alle Leute, die sich für diese Veranstaltung jahrelang einsetzen!

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.