UNESCO-Welterbe in Bulgarien

25. September 2013 | Von | Kategorie: Europa

Wer sich bei einem Bulgarien-Urlaub auch für die Geschichte des Landes interessiert, findet dort zahlreiche Relikte aus Architektur, Kunst und Handwerk der ehemaligen Herrschervölker, aber auch der Bulgaren selbst. Die UNESCO hat sieben solcher Stätten (rote Marker auf der Karte unten) und dazu zwei Naturreservate (grüne Marker) im Sinne des 1972 abgeschlossenen Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (kurz: Welterbekonvention) als für die gesamte Menschheit unersetzlich und schützenswert deklariert.

Bulgariens langer Weg nach Europa

Nach langem Anlauf und vierzigjähriger kommunistischer Bremsspur ist Bulgarien, ein Land, das viele fremde Herrscher hat kommen und gehen sehen, zusammen mit dem Nachbarland Rumänien im Jahre 2007 in der Europäischen Union gelandet. Die Ur-Bulgaren, kamen gar von dort, wo laut dem einstigen Bundesverteidigungsminister Peter Struck Deutschland verteidigt würde, vom Hindukusch! Sie bekriegten sich mit den Thrakern, die seit der Bronzezeit dort siedelten, schlossen aber irgendwann Frieden und vermischten sich mit diesen. Ähnlich geschah es mit Slawen und Römern der näheren Umgebung. Heutzutage finden Völkerverständigung und –assimilation beispielsweise am Sonnenstrand vor allem an Pools, bei Schaumpartys in Diskotheken und anschließend in Hotelzimmern statt. Bulgarien ist zum Nato-Partner avanciert, der Abzug vom Hindukusch ist beschlossene Sache und von deutscher Seite werden an der Schwarzmeerküste in den Sommermonaten in erster Linie die Liegen an Stränden und Hotelpools mittels Handtüchern verteidigt, die noch vor dem Frühstück auf diesen platziert werden. Der Reisende der gegenwärtigen Ära des Pauschaltourismus sollte es nicht versäumen, wenigstens einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bulgarien zu besuchen. Die UNESCO hat hierzu eine kleine Vorauswahl getroffen.

UNESCO-Weltkulturerbe und Weltnaturerbe in Bulgarien

UNESCO-Welterbe in Bulgarien in Wort und Bild

(in Klammern jeweils das Jahr der Anerkennung seitens der UNESCO)

Kirche von Bojana (Bojanska Cerkva) in Sofia (1979)

Kirche von Bojana in der Hauptstadt Sofia mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert.

Die Kirche von Bojana im gleichnamigen Sofioter Stadtteil – offiziell Kirche der Heiligen Nikolaos und Panteleimonos – besteht aus drei Teilen, die in unterschiedlichen Epochen entstanden sind. Die ältesten Fresken stammen aus dem 13. Jahrhundert. | Foto: Todor Bozhinov / wikmedia.org

Felsenrelief des Reiters von Madara (1979)

Reiter von Madara - bulgarischer Herrscher Khan Krum - Felsenrelief aus dem 8. Jahrhundert

Das leider in Folge der Erosion doch stark mitgenommene Bild stellt einen Reiter mit Hund (links am Bildrand) und Löwen (unter dem Pferd) dar und soll aus dem 8. Jahrhundert stammen. Man vermutet, dass es den bulgarischen Herrscher Khan Krum im Kampf mit dem byzantinischen Kaiser Leo (= Löwe) darstellen soll. | Foto: Weltenbummler

Felskirchen von Ivanovo (1979)

Felskirchen Ivanovo - Wandmalereien aus dem 13. Jahrhunder - Hohlen am Fluß Lom

Natürliche Höhlen am Fluss Lom waren bereit in prähistorischer Zeit besiedelt. Auch an den dortigen, seit dem 13. Jahrhundert entstandenen Wandmalereien, nagt der Zahn der Zeit. | Foto: picturesfrombulgaria.com/

Thrakergrab von Kazanlak (1979)

Thrakergrab Kasanlak - UNESCO-Weltkulturerbe seit 1979 - Kazanlak / Rosental

Das thrakische Grabmal selbst bekommt man nur mit Sondergenehmigung zu Gesicht. Es gibt aber eine originalgetreue Nachbildung in unmittelbarer Nähe. | Foto: fca777 /sxc.hu

Altstadt von Nessebar (1983)

Altstadt Nessebar - orthodoxe Kirche in Bulgarien - Pankratorkirche aus dem 14. Jahrhundert

Alt-Nessebar ist geprägt von der Vielzahl seiner orthodoxen Kirchen – hier die Pankratorkirche aus dem 14. Jahrhundert. | Foto: Weltenbummler

Biosphärenreservat Srebarna (1983)


Der Srebarna-See und eine umgebende Pufferzone sind ein Rückzugsgebiet für zahlreiche Vogelarten. Von 1992 bis 2002 galt das Biosphärenreservat als Welterbe in Gefahr, da auf Grund des Baus eines Staudamms an der Donau, die Population der Pelikane bedroht war. Youtube-Video von www.bulgariatravel.org, dem staatlichen bulgarischen Tourismusportal

Nationalpark Pirin (1983)

Nationalpark Pirin - höchster Gipfel: Wichren 2914 m - Prin-Gebirge im Winter

Der 1962 gegründete Nationalpark Pirin wurde mehrfach erweitert und umfasst heute 40.000 Hektar. Höchster Gipfel des Pirin-Gebirges ist mit 2914 Metern der Wichren. | Foto: stanimira / sxc.hu

Kloster Rila (1983)

Kloster Rila - große Bedeutung für bulgarische Renaissance - osmanisch-türkischen Besatzung

Das Kloster Rila (hier ein imposantes Deckengemälde) – offiziell Kloster des Heiligen Iwan Rilski – gilt als bulgarisches Nationalheiligtum, zumal es während der osmanisch-türkischen Besatzung eine bedeutende Rolle für das Überleben und Wiedererstarken der bulgarischen Nation spielte. | Foto hankaleh / sxc.hu

Thrakergrab von Sweschtari (1985)

Thrakergrab Sweschtari - Gräber mit Karyatiden - Grab des getischen Königs Dromichaites

Die Thraker gestalteten ihre Gräber mit sogenannten Karyatiden. Das sind halb-pflanzliche, halb-menschliche Säulenfiguren, die ein Leben nach dem Tod symbolisieren. Im Grab vom Sweschtari liegt vermutlich der getische König Dromichaites mit Lieblingsfrau und Lieblingspferden. | Foto: Martyr / wikmedia.org

Da Bulgarien nach wie vor zu Recht als das Armenhaus Europas tituliert wird ist es gut, dass die UNESCO zum Erhalt dieser Kultur- und Naturschönheiten finanziell und ideell beiträgt und somit auch das Interesse der Schwarzmeer-Touristen dorthin lenkt. Alleine wäre das Land kaum in der Lage, die Kosten zu stemmen.

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