Digitale Nomaden: als Webworker durch die Lande ziehen

2. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Allgemein

Schon seit längerer Zeit stoße ich immer wieder auf ein neuartiges Modewort, das vor allem in Reiseblogs die Runde macht: digitales Nomadentum. Die Idee dahinter ist denkbar einfach, jedoch nicht ganz so einfach umzusetzen: man reist kreuz und quer durch die Welt, schreibt fleißig darüber und wird dafür auch noch bezahlt, um sich seine Reisen finanzieren zu können.

office at Malasag House

Von unterwegs aus Arbeiten und Reisen. Wie wird man ein „digitaler Nomade“?

Die Amis sind da (wie so oft) schon etwas weiter und haben einige Pioniere in ihren Reihen, die auch tatsächlich ordentlich mit ihren Reiseblogs verdienen. In deutschen Gefilden gibt es allerdings auch immer mehr digitale Nomaden, denen wiederum immer mehr Menschen nacheifern.

Eigentlich ist ein digitaler Nomade nichts anderes als ein ortsungebundender Webworker, also ein Mensch, der online arbeitet – d.h. von zu Hause aus arbeiten kann oder auch von Timbuktu oder einem Internetcafé in Shanghai aus. Anleitungen dazu wie man „Reisen und Arbeiten“ miteinander kombinieren kann gibt es wie Sand am Meer. Allen gemeinsam ist die Erkenntnis, dass es eher schwierig ist, von unterwegs aus zu arbeiten und dabei ausreichend Geld zu verdienen.

Reisen und Arbeiten am Strand

Arbeiten am Notebook mit schönem Strandblick?

Und doch ist es möglich. Wer träumt nicht davon, sein Home-Office mit sich herumzutragen und vom Strand aus Reiseartikel zu schreiben, um sich dadurch den nächsten Trip zu finanzieren? Mit der nötigen Ausdauer und Vorbereitung ist das machbar – allerdings dauert das ein paar Jahre, so war bzw. ist es jedenfalls bei mir.

Dabei würde ich mich persönlich eher nicht als herumvagabundierenden digitalen Nomaden bezeichnen. Ich bin derzeit vor allem auf Panglao und in Cebu unterwegs, und liege auch meistens nicht am Strand herum (das machen glaube ich die meisten Webworker nicht wirklich, wenn sie arbeiten), sondern arbeite ganz normal von meinem Büro bzw. Zuhause aus. Sicherlich arbeite ich auch hin und wieder von einem Resort aus – das ist jedoch eine absolute Ausnahme.

Alona Beach, Panglao, Bohol

Zwar bin ich häufiger am Alona Beach auf Panglao Island anzutreffen, doch arbeiten tu´ ich dann doch lieber am Schreibtisch

Auf www.planetbackpack.de von Conni (die ja hier auch schon mal etwas geschrieben hat) habe ich einen schönen Artikel entdeckt, der aufzeigt, wie ein Einstieg in die Welt der Reise-Blogger aka Webworker aussehen kann. Pascal hat hier ein weiteres neues Wort namens „Telecommuting“ in die Runde geworfen, das sich ebenfalls auf das Arbeiten von Zuhause aus mithilfe des Internet bezieht.

Inspiriert von Timothy Ferriss´ „Vier Stunden-Woche“ ist das auf jeden Fall ein interessanter Ansatz, wobei das Buch auch impliziert, dass man ein absoluter Unternehmer-Typ ist, um diesen Lifestyle umsetzen zu können. Ich denke, dass man auch Arbeiten und Reisen kann ohne ein eigenes Unternehmen zu haben, was die Sache allerdings um Einiges erschwert.



Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben von Timothy Ferriss

Wie sich die Einnahmen konkret gestalten können kann man z.B. bei Patrick von www.101places.de nachlesen, der zudem in einem weiteren interessanten Artikel die Frage gestellt hat, ob Reiseblogs generell ein gutes Geschäftsmodell sind.

Geld verdienen mit Reiseblogs

Richtig viel Geld verdienen lässt ich mit einem Reiseblog alleine kaum. Foto von ElenaR – Fotolia.com

Von einem Reiseblog alleine lässt sich kaum leben – Ausnahmen bestätigen hier sicher die Regel. Ich persönlich habe wie zahlreiche andere Reiseblogger auch z.B. einige Kunden, die ich in Sachen Online Marketing und SEO supporte, was die Haupteinnahmequelle ausmacht. Internetwerbung bzw. Affiliate Marketing machen auch einen Teil aus, liegen allerdings vielleicht bei maximal 20%.

Die Strukturen dazu habe ich im Prinzip seit 2006 aufgebaut, und ich war auch einige Jahre bei einer Internet Marketing Agentur in München tätig, wo ich viel gelernt habe – es ist also nicht verkehrt, schon ein paar Jahre Erfahrung mitzubringen, wenn man als Webworker auf Tour gehen will.

Wer jetzt starten will, der sollte sich vor allem erst einmal über Eines klar werden: es müssen eigene Web-Projekte her, und zwar gute. Neben einem Reiseblog sollte auch noch mind. ein weiteres Projekt gestartet werden (schließlich will man ja nicht unbedingt nur von einem Projekt abhängig sein, und es soll auch nicht jede Website gleich stark offensiv vermarktet werden).

Was ist meine Leidenschaft? Wie kann ich meine Hobbies mit einer schönen Website verbinden und Menschen wirklich dabei helfen, Probleme zu lösen? Diese Fragen sollten sich angehende digitale Nomaden stellen, und bei der Beantwortung dieser Fragen können Monate oder auch Jahre vergehen. Wer vielleicht schon eine Nischenseite hat, aber noch nicht weiß wie diese vermarktet werden kann, der sollte mal bei www.bonek.de vorbei schauen, wo es generell sehr viel Wissenswertes rund um Internet Marketing gibt.

Wer eine Idee hat und sein Projekt mit WordPress umsetzen will, der kann meinen Beitrag zum Thema WordPress installieren für Anfänger lesen und findet hier auch einen Beitrag zum Thema WordPress optimieren.

Wichtig ist in jedem Fall, dass man damit anfängt, seinen Traum umzusetzen. Ich habe jahrelang permanent an meinen Websites gearbeitet und mir so ein großes Stück Freiheit erarbeitet, um Reisen und Arbeiten miteinander kombinieren zu können – und das kannst Du mit der nötigen Ausdauer auch! Zum Schluss noch ein paar Tipps für Deinen Weg zum digitalen Nomaden:

  • Abonniere ein paar Blogs, die Du gut findest und bei denen Du glaubst, etwas lernen zu können
  • Fange nicht zu schnell mit der Monetarisierung an und überlege Dir genau, wie Du mit Deinen Projekten Geld verdienen willst
  • Vor allem in Bezug auf SEO und Backlinkaufbau würde ich aufpassen: gerade nach den neuesten Google-Updates kann es sehr schnell passieren, dass man mit zu viel Eifer seine Website ins Abseits schießt
  • Präsentiere auf Deiner Website einzigartige Inhalte: schreibe so ausführlich wie möglich, gehe auf so viele Fragen wie möglich ein und verwende auch so viele Bilder und Videos wie möglich, um den Content anschaulicher zu machen
  • Verbünde Dich mit anderen Bloggern, verlinke auf sie und schreibe konstruktive Kommentare unter den Artikeln, die Dir weitergeholfen haben
  • Eine Facebook-Page als Ergänzung zu Deinem Blog ist quasi ein Muss! Ich habe die Beobachtung gemacht, dass je nach Nische die Besucher aus Facebook besser sind als die aus Suchmaschinen. Mit der Hilfe von Facebook-Werbung kann man sehr schnell sehr viele Besucher für seine Website erhalten und somit auch mehr Newsletter-Abonnenten gewinnen (aber das ist jetzt wieder ein ganz spezielles Thema…)

Wer fragen und / oder Anregungen hat, kann mir jederzeit eine E-Mail (an flaschenpost[at]reise-typ.de) schreiben und auch gerne einen Kommentar hinterlassen:D

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3 Kommentare auf "Digitale Nomaden: als Webworker durch die Lande ziehen"

  1. Torsten sagt:

    Hi, schöner Beitrag! Also ich kann mir das nicht vorstellen, auf Reisen zu arbeiten. Ich bin lieber von 9 bis 5 an meinem Arbeitsplatz und Ruhe ist. Im Urlaub mache ich Urlaub:D

    • Reise-Typ sagt:

      Hallo Torsten,

      danke für die Blumen:D Sicherlich ist das nicht jedermanns Sache als Webworker unterwegs zu sein. Für mich sind beide Extreme nicht ideal: ich kann weder den ganzen Tag im Büro sitzen noch dauernd auf Tour sein und Arbeiten. Die richtige Mischung macht´s!

  2. DerSinograph sagt:

    Vielen Dank für den schönen Beitrag, der auch ganz meinen Erfahrungen entspricht. Ich war selber ein paar Jahre in China als sowas wie ein digitaler Nomade unterwegs. Allerdings denke ich, dass Facebook als Marketinginstrument mit dem neuen Update des Facebook-Algorytmus nicht mehr wichtig ist, zumindest wenn du kein Budget für bezahlte Werbung hast. Ich werde beim Aufbau meines neuesten Projekt (Sinograph) nicht mehr so stark auf Facebook setzen, sondern mehr auf Google Plus und vor allem auch auf Email-Marketing. Wie siehst du das?

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